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Sensor für den Super-Bildschirm

Rodgauer Unternehmen Interactive Displays erfolgreich / Wirtschaftspaten helfen in der Wachstumsphase

Offenbach Post - Mit riesigen Bildschirmen, die via Berührungen gesteuert werden, mischt Interactive Displays in Rodgau den Markt auf. Auf dem Wachstumspfad ist die Firma von Wirtschaftspaten unterstützt worden.

Wer im Konsumtempel Myzeil in Frankfurt auf dem Monitor nach einem Geschäft sucht, kommt mit der Technik eines Rodgauer Unternehmens in Kontakt. Interactive Displays hat den Touchsensor produziert. "Man muss sich das wie einen Maus-Ersatz vorstellen", sagt Barbara Lamprecht, die mit ihrem Mann 2005 die Firma in Offenbach gegründet hat.

Weil sie expandierte, und die Büros über die Hassia Fabrik verteilt waren, zog das Unternehmen, das neun Mitarbeiter beschäftigt, 2012 nach Rodgau. Es bietet großformatige Touch-Lösungen an, erklärt Frank Lamprecht. "Das ist unser Steckenpferd". Die Bildschirme mit einer Größe zwischen 30 und 100 Zoll werden via Berührungen gesteuert.

Die Rodgauer haben nach seinen Worten schon verschiedene Projekte für ARD und ZDF umgesetzt. So kamen beispielsweise bei der Berichterstattung zur Fußballweltmeisterschaft 2010 in Südafrika Displays von ihnen zum Einsatz. Und auch bei der Wahlberichterstattung im Fernsehen sind die Displays oft zu sehen. Zudem profitiert Interactive von dem Trend, dass Beamer in Konferenzräumen verstärkt durch große Bildschirme ersetzt werden. Die maßgeschneiderten Lösungen würden immer größer, berichtet Lamprecht.

Die Produkte werden von den beiden Informatikern entwickelt. Die Elektronik kommt aus China oder Portugal. "Wir wissen mehr als unsere eigenen Lieferanten über die Möglichkeiten ihrer Produkte", sagt Lamprecht. Die Glas- und Metallkomponenten stammen von Betrieben vor Ort. Hergestellt werden die Displays in Rodgau. Sie seien "echt made in Germany", erläutert Barbara Lamprecht. "Ein Kunde bezeichnet uns als Touch-Manufaktur", fügt ihr Mann hinzu. Zu den Kunden zählen zum Beispiel das Städel, Ikea, Mercedes und BMW.

Sein Unternehmen befinde sich in einer Komfort-Situation, "weil die Kunden auf uns zukommen", erklärt Frank Lamprecht. Darauf dürfe man sich aber nicht ausruhen, ergänzt seine Frau. Tun die Rodgauer auch nicht. Seit 2013 sind sie mit einem neuen Produkt auf dem Markt. Die Bildschirme werden in Geschäften aufgestellt und über eine Sensorleiste an der Scheibe gesteuert. Eine große Optikerkette hat auf diese Weise ihre Produkte angepriesen. Plakate würden von Bildschirmen abgelöst, berichtet Frank Lamprecht. Diese Entwicklung setze sich im Schaufenster fort. Der Geschäftsführer spricht von einem großen Wachstumsmarkt.

Darüber hinaus profitiere sein Unternehmen von der Verschmelzung der Online- und Offline-Märkte. So habe Ebay in Bremen einen Inspiration Store aufgemacht, für den Interactive Displays die Touch-Technologie für das Geschäft und das Schaufenster geliefert habe. Die Bildschirme seien ein "virtuelles Regal", erläutert Lamprecht. Kunden können sich im Geschäft Produkte ansehen. Im Display sehen sie, in welchen Ausführungen es bei E-Bay vorrätig ist. Und dort können Verbraucher auch einkaufen.

Ähnlich geht der Fahrrad-Hersteller Rose in München vor - auch mit Displays der Rodgauer. Komponenten sind im Laden ausgestellt. Zusammenstellen können sich Kunden die Räder am Bildschirm und auf den Rat der Verkäufer zurückgreifen. Das Fahrrad wird über das Internet bestellt und dann im Geschäft ausgeliefert.

Weil Interactive Displays so stark wächst, suchten die Inhaber nach dem Umzug externen Rat und fanden ihn bei den Wirtschaftspaten, pensionierten Führungskräften, die Firmen unter die Arme greifen. "Wir brauchten in unserer damaligen Wachstumsphase einen Coach, der uns von außen kritisch beleuchtete", sagt Barbara Lamprecht. "Man wird durch das Alltagsgeschäft einfach betriebsblind." Wirtschaftspate Helmut Eikelmann aus Offenbach durchleuchtete die Firma mit einer Markt- und Zielgruppenanalyse. Schließlich wurde unter anderem der Vertrieb optimiert. "Wir konzentrieren uns nun auf das, was uns von den Wettbewerbern abhebt", erklärt Barbara Lamprecht. Sie ist dankbar für die Hilfe der alten Hasen. " Besser werden kann man immer".

Die Wirtschaftspaten

Die Wirtschaftspaten mit Sitz in Bruchköbel sind ein Verein von rund 40 ehemaligen Unternehmern und Führungskräften aus der Wirtschaft, die nach dem Ausscheiden aus dem Berufsleben ihre Kompetenz und ihr Know How nicht brach liegen lassen wollen. Sie engagieren sich ehrenamtlich in Hessen und in Teilen Rheinland-Pfalz bei der Existenzgründung, der Unternehmenssicherung sowie Weiterentwicklung von kleinen und mittelständischen Betrieben und bei Nachfolgeregelungen. Für ihre Arbeit fallen nur Aufwandspauschalen an. Die Wirtschaftspaten bieten auch Aus- und Weiterbildungsprogramme an, engagieren sich in weiterführenden Schulen und bieten unter der Schirmherrschaft des hessischen Sozialministers das Projekt "Migranten werden Unternehmer" an. Kontakt und Informationen unter www.wirtschaftspaten.de

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